Schwanger trotz Wechseljahre?

Schwanger trotz Wechseljahre?

Die Menopause markiert das Ende der fruchtbaren Jahre einer Frau und tritt in der Regel zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf. Genau genommen spricht man von der Menopause, wenn eine Frau 12 Monate lang keine Menstruation mehr hatte. Bis dahin ist es jedoch wichtig zu wissen: Solange du noch eine Periode hast, kannst du theoretisch schwanger werden. Das bedeutet auch, dass du weiterhin verhüten solltest, wenn du keine Schwangerschaft planst. Die Empfehlung lautet, die Verhütung bis zur bestätigten Menopause fortzusetzen, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.

Was passiert in den Wechseljahren?
Die Wechseljahre beginnen, wenn die Eierstöcke keine Eizellen mehr freisetzen und die Produktion von Östrogen und Progesteron langsam abnimmt. Ohne Eizellen ist eine natürliche Empfängnis nicht mehr möglich. Allerdings kann die Gebärmutter eine Schwangerschaft weiterhin unterstützen, wenn sie durch eine Hormontherapie entsprechend vorbereitet wird. Das ist ein spannender Aspekt, der zeigt, wie komplex der weibliche Körper ist.

Verhütung in der Perimenopause
Die Perimenopause ist die Übergangsphase zu den Wechseljahren und beginnt oft schon ab dem 40. Lebensjahr. In dieser Zeit schwanken die Hormonspiegel, die Menstruationszyklen werden unregelmäßig, und die Fruchtbarkeit nimmt ab. Doch Vorsicht: Eine Schwangerschaft ist trotzdem noch möglich. Viele Frauen glauben fälschlicherweise, dass sie in dieser Phase nicht mehr schwanger werden können – ein Irrtum, der zu ungewollten Schwangerschaften führen kann. Zyklusbasierte Verhütungsmethoden wie die Temperaturmethode sind in dieser Phase nicht mehr zuverlässig, weshalb andere Optionen sinnvoll sind.

Welche Verhütungsmethoden gibt es?
Frauen in der Perimenopause haben verschiedene Möglichkeiten:

  • Hormonelle Methoden: Antibabypillen, Pflaster oder Hormonspiralen (z. B. Mirena) können nicht nur vor Schwangerschaften schützen, sondern auch Wechseljahresbeschwerden lindern.
  • Barrieremethoden: Kondome oder Diaphragmen bieten hormonfreien Schutz und schützen zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Permanente Lösungen: Sterilisation oder eine Vasektomie des Partners sind Optionen für Frauen, die sicher sind, dass sie keinen Kinderwunsch mehr haben.
  • Hormonfreie Spiralen: Kupferspiralen bieten langfristige Verhütung ohne Hormone.

Eine Hormonersatztherapie (HRT) ist keine Verhütungsmethode, kann aber mit hormonellen Verhütungsmitteln kombiniert werden. Beispielsweise kann eine Hormonspirale (Mirena) zusammen mit einer Östrogen-HRT verwendet werden. Gestagenhaltige Verhütungsmittel lassen sich in der Regel sicher mit einer HRT kombinieren. Alternativ können nicht-hormonelle Methoden wie das Kupfer-IUP oder Barrieremethoden in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft nach der Menopause
Obwohl eine natürliche Empfängnis nach der Menopause nicht mehr möglich ist, ermöglicht die moderne Reproduktionsmedizin in bestimmten Fällen eine Schwangerschaft. Dies ist vor allem für Frauen relevant, die durch medizinische Behandlungen wie Chemotherapie frühzeitig in die Menopause gekommen sind.

  • IVF mit Spendereizellen: Postmenopausale Frauen können mithilfe von Spendereizellen und einer Hormontherapie schwanger werden. Vor der Einpflanzung wird eine postmenopausale Frau einer Hormonersatztherapie (HRT) unterzogen, um die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Östrogen und Progesteron tragen dazu bei, eine geeignete Gebärmutterschleimhaut zu schaffen, um den Embryo zu unterstützen.
  • Leihmutterschaft: In Ländern wie den USA kann eine Leihmutterschaft eine Option sein, um ein genetisch verwandtes Kind zu bekommen. In Deutschland ist dies jedoch illegal.

Risiken einer späten Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft nach den Wechseljahren birgt erhebliche Risiken:

  • Erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Präeklampsie.
  • Höhere Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten, Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht.
  • Gesundheitliche Belastungen für die Mutter, insbesondere für Herz und andere Organe.

Fazit
Die Wechseljahre markieren das natürliche Ende der Fruchtbarkeit, doch dank der modernen Medizin ist eine Schwangerschaft auch danach möglich. Dennoch sollten die medizinischen Risiken, ethischen Fragen und persönlichen Umstände sorgfältig abgewogen werden. Eine umfassende Beratung durch Fachärzte ist unerlässlich, um die beste Entscheidung für deine individuelle Situation zu treffen.

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