
Die Billionenfrage: Was kosten die Wechseljahre Unternehmen wirklich?
Die Wechseljahre sind ein natürlicher biologischer Übergang – aber einer mit weitreichenden ökonomischen Folgen.
Während immer mehr Frauen bis in ihre 50er und 60er Jahre berufstätig bleiben, zeigt sich zunehmend: Die Auswirkungen der Wechseljahre betreffen nicht nur einzelne Mitarbeiterinnen, sondern Unternehmen, Arbeitsmärkte und ganze Volkswirtschaften.
Und dennoch bleibt dieses Thema in vielen Organisationen weitgehend unsichtbar.
Wichtig zur Einordnung:
Medizinisch bezeichnet die Menopause ausschließlich den Zeitpunkt nach zwölf Monaten ohne Blutung.
Die meisten arbeitsrelevanten Symptome treten jedoch bereits in der Perimenopause auf – also Jahre davor. In diesem Artikel sprechen wir deshalb bewusst von den Wechseljahren.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf individueller Ebene
Die Wechseljahre – insbesondere die Perimenopause – können mit einer Vielzahl körperlicher und psychischer Symptome einhergehen, darunter:
- Hitzewallungen und Nachtschweiß
- Schlafstörungen und chronische Erschöpfung
- Stimmungsschwankungen, innere Unruhe
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme („Brain Fog“)
Diese Symptome treten häufig in einer Lebensphase auf, in der Frauen beruflich stark eingebunden sind – oft in Führungs- oder Schlüsselpositionen.
Konsequenzen für Arbeitnehmerinnen
- Produktivitätsverluste:
Studien aus den USA zeigen, dass wechseljahresbedingte Symptome jährlich zu erheblichen Produktivitätsausfällen führen¹. - Gesundheitskosten:
Mehr Arztbesuche, Diagnostik, Therapien und ggf. Hormonbehandlungen erhöhen die individuellen und indirekt auch die betrieblichen Kosten. - Einkommens- und Karriereeinbußen:
Symptome wie Erschöpfung oder kognitive Einschränkungen können Beförderungen verzögern oder zu reduzierter Arbeitszeit führen. - Erhöhte Fehlzeiten:
Wechseljahresbeschwerden stehen nachweislich mit höherer Abwesenheit in Verbindung².
Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitsmärkte
Die wirtschaftlichen Folgen der Wechseljahre enden nicht beim Individuum.
Zentrale HR-relevante Effekte
- Produktivitätsverluste:
Internationale Schätzungen gehen von dreistelligen Milliardenbeträgen pro Jahr aus, die weltweit durch wechseljahresbedingte Leistungseinbußen entstehen. - Erhöhte Fluktuation:
Laut dem Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) geben 59 % der berufstätigen Frauen zwischen 45 und 55 Jahren an, dass Wechseljahresbeschwerden ihre Arbeit negativ beeinflussen³. Fehlende Unterstützung erhöht das Risiko von Kündigungen oder Frühverrentung. - Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten:
Der Verlust erfahrener Mitarbeiterinnen ist teuer – besonders in Zeiten von Fachkräftemangel. - Arbeitsplatzanpassungen:
Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen oder Gesundheitsprogramme verursachen zunächst Aufwand, senken langfristig jedoch Kosten.
Warum HR jetzt gefragt ist
Die Wechseljahre sind kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles Thema der Arbeitswelt.
Unternehmen, die frühzeitig reagieren, profitieren mehrfach:
- höhere Mitarbeiterbindung
- geringere Fehlzeiten
- stabilere Leistungsfähigkeit
- stärkere Arbeitgebermarke
Internationale Organisationen wie das World Economic Forum betonen, dass die geschlechtsspezifische Gesundheitslücke ein relevanter wirtschaftlicher Faktor ist⁴.
Von Awareness zu Action: Was Unternehmen konkret tun können
Ein wirksamer Umgang mit den Wechseljahren erfordert mehrere Ebenen:
1. Wissen & Aufklärung
- Schulungen für HR, Führungskräfte und Mitarbeitende
- Enttabuisierung des Themas durch klare Kommunikation
2. Strukturelle Unterstützung
- Flexible Arbeitsmodelle
- Anpassung von Arbeitsumgebung und Arbeitszeiten
- Zugang zu medizinisch fundierter Information
3. Digitale Begleitangebote
- Niedrigschwellige Programme, die Wissen, Selbstmanagement und Gesprächsfähigkeit fördern
- Unterstützung vor, nicht erst nach Eskalation von Symptomen
Wechseljahre ernst nehmen heißt wirtschaftlich denken
Die Wechseljahre betreffen nicht nur die Gesundheit einzelner Frauen, sondern die Leistungsfähigkeit ganzer Organisationen.
Sie zu ignorieren ist kein Zeichen von Neutralität – sondern ein wirtschaftliches Risiko.
Unternehmen, die Wechseljahre als Teil moderner Gesundheits- und Diversity-Strategien verstehen, investieren nicht nur in Fairness, sondern in Stabilität, Produktivität und Zukunftsfähigkeit.

👉 Mehr Wissen, weniger Ausfälle:
Mit evidenzbasierten digitalen Programmen können Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen frühzeitig unterstützen, Symptome besser einordnen und arbeitsfähig bleiben.

Verbessertes Wohlbefinden der Mitarbeitenden:
hermaid stellt fundierte Informationen, Orientierung und Begleitung rund um alle Aspekte der Wechseljahre bereit und fördert damit die körperliche und psychische Gesundheit von Mitarbeiterinnen.
Höhere Motivation und Produktivität:
Wenn Frauen ihre wechseljahresbedingten Symptome besser verstehen und managen können, verbessern sich Konzentrationsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit.
Reduzierte Fehlzeiten:
Durch frühzeitige Unterstützung und evidenzbasierte Selbstmanagement-Strategien trägt hermaid dazu bei, gesundheitsbedingte Fehlzeiten zu senken.
Stärkung der Arbeitgebermarke:
Unternehmen, die die Gesundheit von Frauen in der Lebensmitte aktiv fördern, positionieren sich als moderne, verantwortungsbewusste und attraktive Arbeitgeber.
Positive Unternehmenskultur:
hermaid unterstützt den Aufbau einer offenen und inklusiven Unternehmenskultur, in der über Wechseljahre sachlich gesprochen werden kann und betroffene Mitarbeiterinnen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Quellen
- Mayo Clinic Proceedings: Menopause-related productivity loss and healthcare costs
- Beck et al. (2018): Health-related work productivity loss in midlife women
- Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD): Menopause at work
https://www.cipd.org/uk/about/press-releases/menopause-at-work/ - World Economic Forum (2024): The gender health gap
https://www.weforum.org/stories/2024/02/women-health-gender-gap-equality/
Author: Tsion Basazinew










