Wie Unternehmen menstruierende Menschen mitdenken können

Wie Unternehmen menstruierende Menschen mitdenken können

Mestruierende Menschen erleben während ihres Zyklus natürliche Schwankungen ihrer Hormone. Viele haben jedoch rund um ihre Periode Schmerzen und fühlen sich unwohl. In diesem Artikel gehen wir auf verschiedene Themen ein, die damit zusammenhängen – und zeigen, wie wir gemeinsam eine zyklusfreundliche Arbeitswelt schaffen können.


Mythos Nummer 1: Periodenschmerzen sind normal und müssen ausgehalten werden

70 % aller Frauen geben an, schon einmal Schmerzen während ihrer Regel gehabt zu haben. Trotzdem: Periodenschmerzen sind nicht immer normal und müssen auch nicht einfach ertragen werden. Viele Frauen wissen nicht, wie sie mit ihren Beschwerden umgehen sollen. Schmerzen können auf Mangelerscheinungen oder Erkrankungen wie Endometriose oder Myome hinweisen. Daher sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Manche Endometriose Patientinnen haben so starke Schmerzen, die mit einer Geburt vergleichbar sind. Stell dir bitte vor und das einmal im Monat.

  • 30–50 % der Frauen mit Endometriose leiden unter Unfruchtbarkeit.
  • 70 % haben starke Regelschmerzen, die ihren Alltag beeinträchtigen.
  • 1 von 3 Frauen mit Endometriose berichtet von psychischen Problemen wie Depressionen und Ängsten

Auch wenn nicht eine Endometriose heilbar ist, gibt es Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern – und sich nicht nur mit Schmerzmitteln über Wasser zu halten. Wichtig ist hier auch zu erwähnen, dass bei vielen Frauen keine OP durchgeführt wird aus unterschiedlichen Gründen. Es werden Risiken abgewogen und von Fall zu Fall entschieden.

Daher ist es wichtig, als Kollege oder Kollegin verständnisvoll zu sein. Weist gerne auf die hermaid-Beratung hin – unsere Expertin Anne Lipphold steht euch mit Rat und Tat zur Seite.


Zweitens: Mehr Ruhe und Schlaf sind völlig okay

Es ist normal, dass Menschen während ihrer Periode mehr Ruhe und Schlaf brauchen. Manche bluten auch sehr stark und bevorzugen es daher, von zu Hause aus zu arbeiten. Die wenigsten möchten den Grund dafür nennen. Wenn die Arbeit nicht darunter leidet, sollten Unternehmen diese Option anbieten – und sie nicht infrage stellen, wenn sie genutzt wird.


Drittens: Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz

Stattet die Toiletten im Büro mit den notwendigen Hygienemaßnahmen aus. Gibt es Plastikbeutel, in die man Binden oder Tampons im Mülleimer entsorgen kann? Das verhindert unangenehme Gerüche. Wie wäre es mit einem Tamponspender – mit oder ohne Bezahlung? Viele Frauen empfinden solche Gesten als Wertschätzung. Studien zeigen, dass solche Maßnahmen den Dialog über die Menstruation erleichtern. Schließlich ist es eine Herausforderung, wenn die Periode unerwartet kommt und man keine Hygieneartikel zur Hand hat.


Brauchen wir in Deutschland wie in Spanien Period-Leave?

In Spanien wurde der sogenannte Periodenurlaub eingeführt, der Frauen bei starken Menstruationsbeschwerden bezahlte freie Tage ermöglicht. Dieses Konzept soll Frauen entlasten, die unter besonders schmerzhaften oder belastenden Regelbeschwerden leiden. In Deutschland stößt diese Idee jedoch auf Skepsis. Kritiker befürchten, dass eine solche Regelung zu einer Stigmatisierung von Frauen führen und die Ungleichheit am Arbeitsmarkt verstärken könnte.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Deutschland und Spanien liegt in der Handhabung von Krankschreibungen: In Deutschland müssen Arbeitnehmer den Grund für eine Krankschreibung nicht angeben, und die Krankenkasse zahlt ab dem ersten Tag. In Spanien hingegen werden Arbeitnehmer in den ersten drei Karenztagen nicht entlohnt, und es gibt spezifischere Regelungen bezüglich der Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit.

Statistiken aus Spanien zeigen, dass Frauen durch diese Regelung systematisch benachteiligt werden. Viele Frauen nehmen ihre Beschwerden nicht ernst oder scheuen sich, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sie finanzielle Einbußen befürchten. Der Periodenurlaub wurde daher als Kompromiss eingeführt, um Frauen zu entlasten und ihre gesundheitlichen Bedürfnisse anzuerkennen.


Was bedeutet das für Deutschland?

In Deutschland liegt der Fokus eher auf flexiblen Arbeitsmodellen und einer offenen Unternehmenskultur, die auf die individuellen Bedürfnisse aller Mitarbeiter eingeht. Statt eines speziellen Periodenurlaubs wird hierzulande der Abbau von Diskriminierung und die Förderung von Gleichberechtigung priorisiert.

Dennoch gibt es auch hierzulande Diskussionen darüber, wie Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden besser unterstützt werden können. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen und ein offener Umgang mit dem Thema Menstruation am Arbeitsplatz sind mögliche Ansätze, um Frauen zu entlasten, ohne sie zu stigmatisieren.


Warum sollten sich Unternehmen mit diesem Thema auseinandersetzen:

  • Produktivitätsschub: Studien zeigen, dass menstruationsbedingte Symptome zu fast zwei Wochen Produktivitätsverlust pro Jahr führen können. Stell dir vor, du könntest diese Zeit zurückgewinnen!
  • Motivierte Mitarbeiterinnen: Menschen, die im Einklang mit ihrem Körper arbeiten, sind gesünder, motivierter und loyaler. Das heisst das diese Maßnahmen nicht nur Frauen zu Gute kommen, sondern allen Mitarbeitern.
  • Echte Gleichberechtigung: Zyklusbewusste Arbeitsmodelle sind der Schlüssel zu einer inklusiven Arbeitswelt.

hermaid unterstützt Unternehmen dabei!

Bei hermaid unterstützen wir Frauen anonymisiert auf digitalem Weg:

  • Wissen und Aufklärung: Workshops und Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiterinnen.
  • Tools und Ressourcen: Zyklus-Tracking-Apps und personalisierte Empfehlungen.
  • Eine Community: Ein Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung.
  • Wertvolle Materialien und Strategien für Unternehmen
  • Männer, seid dabei! Und macht euch schlau! Wenn Männer sich für Veränderungen einsetzen – sei es am Arbeitsplatz oder in der Familie – kann das viel bewirken

Fazit

Lass uns gemeinsam eine Arbeitswelt schaffen, in der die Zyklen nicht als Hindernis, sondern als Stärke gesehen werden! Unternehmen können hier beispiele setzten was echte Inklusion bedeutet 🌸

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hermaid wird als Mitarbeiterinnen-Benefitsprogramm angeboten, um Frauen in den Wechseljahren zu unterstützen:

Verbessertes Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen: hermaid bietet Informationen, Beratung und Unterstützung zu allen Aspekten der Wechseljahre, was das körperliche und seelische Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen fördert.
Gesteigerte Motivation und Produktivität: Wenn Frauen ihre Wechseljahresbeschwerden besser managen können, steigt ihre Konzentration und Leistungsfähigkeit.
Reduzierte Fehlzeiten: hermaid hilft dabei, gesundheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren, indem Frauen frühzeitig Unterstützung erhalten und ihre Beschwerden besser in den Griff bekommen.
Stärkung des Employer Brandings: Ein Unternehmen, das die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiterinnen fördert, ist attraktiver für potenzielle Bewerberinnen.
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Quellen

1) Studie auf PubMed:https://lnkd.in/d6k-ZpRb

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