
Gesund führen: Frauen im Team nachhaltig stärken
Was Führung mit Hormonen zu tun hat
Viele Frauen durchleben hormonelle Umbruchphasen mitten in ihrer produktivsten Arbeitsphase. Die Vierziger und frühen Fünfziger sind oft der Höhepunkt einer Karriere. Gleichzeitig beginnen in dieser Zeit Perimenopause und Menopause, mit allen damit verbundenen körperlichen und mentalen Veränderungen.
Führungskräfte, die das nicht kennen oder ignorieren, verlieren Talente. Studien zeigen, dass Wechseljahresbeschwerden ein häufiger, aber kaum kommunizierter Grund dafür sind, dass erfahrene Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren oder das Unternehmen verlassen.[1]
Was du als Führungsperson wissen solltest
Bis zu zwei Drittel aller Frauen in den Wechseljahren haben Symptome, die ihren Arbeitsalltag beeinflussen. Dazu gehören Konzentrationsschwäche, Schlafprobleme, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Erschöpfung.[2] Diese Symptome sind real, hormonell bedingt und nicht durch Willenskraft wegzudiskutieren.
Auch zyklusassoziierte Erkrankungen wie Endometriose oder PMDS können monatelang zu erheblichen Einschränkungen führen. Frauen, die damit arbeiten, müssen oft erheblich mehr Kraft aufwenden, um dieselbe Leistung zu erbringen.
Konkrete Schritte für Führungskräfte
Informiere dich. Wer hormonelle Gesundheit nicht kennt, kann nicht unterstützen. Grundlagenwissen über Perimenopause, Menopause und zyklusassoziierte Erkrankungen ist eine Führungskompetenz, keine Spezialität.
Schaf Räume für offene Gespräche. Wenn Führungskräfte das Thema normalisieren, sinkt die Hemmschwelle für Betroffene, eigene Beschwerden anzusprechen. Das bedeutet nicht, Intimes zu fordern, sondern Vertrauen anzubieten.
Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen. Homeoffice an beschwerdeintensiven Tagen, flexible Arbeitszeiten oder Ruhezonen im Büro sind keine Sonderbehandlung. Sie sind vernünftige Anpassungen, die Produktivität langfristig sichern.
Zugang zu Ressourcen und Experten fördern. Unternehmen, die betriebliches Gesundheitsmanagement mit Schwerpunkt Frauengesundheit anbieten, haben messbar niedrigere Fehlzeiten und höhere Mitarbeiterzufriedenheit.[3]
Bewusst kommunizieren. Formulierungen wie 'Reiß dich zusammen' oder 'Sei nicht so empfindlich' schaden und führen dazu, dass Frauen Beschwerden verbergen, statt Unterstützung zu suchen.
Warum das auch dich betrifft
Wenn du selbst eine Frau bist und Führungsverantwortung trägst, kennst du den Druck, Beschwerden nicht zeigen zu dürfen. Genau das ist der Grund, warum Aufklärung in Führungsebenen beginnen muss. Vorbilder, die offen über Gesundheit sprechen, verändern Unternehmenskultur.
Quellen
[1] Griffiths A et al. Menopause and work: An electronic survey of employees' attitudes in the UK. Maturitas. 2013;76(2):155–159. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2013.07.003
[2] Stute P et al. Prevalence and management of menopausal symptoms in women. Climacteric. 2020;23(4):350–356. https://doi.org/10.1080/13697137.2020.1739765
[3] Jack G et al. Menopause in the workplace: What employers should be doing. Maturitas. 2016;85:88–95. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2015.12.006
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu deiner Gesundheit wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt deines Vertrauens.









