Warum Bewegung und Ernährung nicht alles erklären

Warum Bewegung und Ernährung nicht alles erklären

Du machst vieles richtig – und trotzdem fühlt sich dein Körper plötzlich fremd an?
Neue Daten zeigen: Wechseljahresbeschwerden sind kein Zeichen von Versagen. Sie sind individuell. Und sie brauchen mehr als Yoga, Joggen und gute Vorsätze.

Ein gesunder Lebensstil ist wichtig.
Aber er erklärt nicht, warum manche Frauen durch die Wechseljahre fast unbemerkt gehen – und andere sich fühlen, als würde ihr Körper plötzlich eigene Regeln schreiben.

Vielleicht kennst Du diese leise Frage:
„Mache ich etwas falsch?“
Ich ernähre mich doch ausgewogen. Ich bewege mich. Ich achte auf mich.
Und trotzdem: Hitzewallungen. Schlaflose Nächte. Stimmungsschwankungen, die kommen und gehen wie Wetterumschwünge.

Was die Daten wirklich zeigen

Eine große Online-Befragung von über 26.000 Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat genau hingeschaut. Erfasst wurden Ernährung, Bewegung und Wechseljahresbeschwerden – gemessen mit der Menopause Rating Scale (MRS).

Das Ergebnis ist ernüchternd und gleichzeitig befreiend:
Zwischen „vorbildlichem“ Lebensstil und der Stärke der Beschwerden zeigte sich keine relevante, systematische Verbindung. Frauen, die sich gesund ernährten und regelmäßig bewegten, hatten ähnlich hohe – oder niedrige – Beschwerden wie andere.

Mit anderen Worten:
Yoga, Joggen und Salate erklären nicht, wie stark Du Deine Wechseljahre erlebst.

Warum das ein wichtiges Narrativ korrigiert

Diese Ergebnisse widersprechen einer Erzählung, die viele von uns gut kennen:
Dass wir Hitzewallungen wegatmen, Schlafstörungen wegtrainieren oder Stimmungsschwankungen wegdetoxen könnten.

So einfach ist es nicht.
Ein gesunder Lebensstil unterstützt die allgemeine Gesundheit – ja.
Aber er erklärt nur einen kleinen Teil der individuellen Symptomlast.

Was ebenfalls wirkt – und oft stärker – sind:

  • hormonelle Schwankungen
  • genetische Faktoren
  • Vorerkrankungen
  • chronischer Stress
  • Care-Arbeit
  • berufliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Dein Körper reagiert nicht „falsch“.
Er reagiert individuell.

Entlastung statt Selbstvorwürfe

Für viele Frauen liegt hier eine große Erleichterung:
Starke Beschwerden sind kein Zeichen von mangelnder Disziplin, keinem fehlenden Willen und keiner „falschen“ Ernährung.

Wenn Du trotz Bewegung, ausgewogener Kost und gesunder Routinen leidest, hast Du nichts versäumt.
Schuldzuweisungen – ob von außen oder von Dir selbst – verkennen die biologische und psychosoziale Vielfalt dieser Lebensphase. Und sie verstärken oft genau das, was wir nicht brauchen: Scham, Druck und Rückzug.

Was Wechseljahre wirklich brauchen

Wechseljahre brauchen mehr als Lifestyle-Tipps.
Sie brauchen Einordnung. Wissen. Und Raum.

Ein angemessener Umgang bedeutet:

  • fundierte Aufklärung statt Durchhalteparolen
  • individuelle Abklärung von Risiken und Optionen – hormonell und nicht-hormonell
  • die Berücksichtigung von Psyche, Arbeit, Beziehungen und Care-Last
  • niedrigschwellige, unterstützende Angebote

Ein gesunder Lebensstil bleibt sinnvoll.
Aber als Ergänzung – nicht als Ersatz – für evidenzbasierte medizinische und psychologische Unterstützung.

Du musst das nicht alleine navigieren.
Und Du musst Dich nicht optimieren, um ernst genommen zu werden.

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