
Deine Atmung kann deine wichtigste Medizin sein
In den letzten Wochen war ich unterwegs – wahrscheinlich mehr, als gut für mich war. Flugzeuge, Züge, Busse – du nennst es, ich war drin. Mein Bauch war schon immer empfindlich, aber diesmal trieb er mich an eine echte Grenze. Irgendwo zwischen zwei Städten saß ich in einem Bus. Ohne Toilette. Mein Magen rebellierte. Und plötzlich stieg Panik in mir auf. Vielleicht ist das jetzt wirklich der Moment, in dem ich die Kontrolle verliere.
Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Ich schloss die Augen. Legte eine Hand sanft auf meinen Bauch.
Nicht das beiläufige, unbewusste Atmen, das wir alle den ganzen Tag tun. Ich atmete – langsam, bewusst, direkt hinein in das Chaos, das sich in meinem Inneren entfaltete. Ich spürte die Spannung, nahm die Ausdehnung wahr. Und irgendwie – anstatt mich zu verlieren – entspannte ich mich. Mein System stabilisierte sich. Ich kam davon, was sich unausweichlich anfühlte.
An diesem Tag habe ich nicht nur eine Krise vermieden. Ich habe in Echtzeit erfahren, wie kraftvoll der Atem als Medizin sein kann. Nicht metaphorisch. Nicht als Wellness-Floskel. Sondern als echte, spürbare, biologisch wirksame Medizin.
Er hat einen Magensturm gestoppt. Und diese Technik hilft auch bei anderen Themen wie: Hitzewellen der Angst, Wellen der Wut, rasende Gedanken.
Du brauchst nichts, denn alles steckt in dir!
Nur Atem.
Nur Biologie.
Das, was du immer bei dir trägst. Das, was wir fast alle vergessen – bis wir es plötzlich brauchen.
Und ja, ich verstehe den Zweifel. Atmen? Das ist alles? Die große Lösung?
Ich war auch mal dort. Bis ich erkannte: Der Atem ist die einzige Funktion des autonomen Nervensystems, die wir bewusst steuern können. Ein direkter Zugang zum Vagusnerv. Ein Regler für die Herzfrequenzvariabilität (HRV), die unsere Resilienz beeinflusst. Ein Hebel für Schlaf, Regeneration, Energie, Konzentration – und ja, sogar für die Verdauung.
In weniger als fünf Minuten kann der Atem deinen gesamten Zustand neu kalibrieren. Cortisol sinkt. HRV steigt. Der Kopf wird klar. Das Nervensystem organisiert sich neu.
Du gehst vom Reagieren ins Antworten. Vom Chaos in die Ruhe. Von der Anspannung ins Vertrauen.
Und genau das ist es, wonach die meisten von uns sich sehnen – besonders in Hochleistungsumgebungen, wo unsere Performance ständig bewertet wird, aber unser Wohlbefinden selten.
Wir wollen führen – ohne auszubrennen. Denken – ohne Nebel. Verbunden sein – ohne Lärm.
Deshalb werden wir Breathwork in unsere hermaid App integrieren: wissenschaftlich fundiert, alltagstauglich, gebaut für Menschen, die an der Leistungsgrenze operieren.
Wissenschaftlicher Hintergrund zu Breathwork
- Atemregulation ist der einzige bewusste Zugriff auf das autonome Nervensystem. Gesteuerte Atemtechniken (z. B. langsam verlängertes Ausatmen oder rhythmisches Atmen) senken zuverlässig Cortisol, dämpfen die Stressantwort (“Sympathikus”) und aktivieren gleichzeitig den Parasympathikus, vermittelt durch den Vagusnerv.
- Geführte Atemübungen verbessern die Herzfrequenzvariabilität (HRV) – ein Maß für die Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft des Organismus gegen Stress.
- In klinischen Studien3 sanken Stress, Angstzustände und depressive Beschwerden deutlich durch regelmäßiges Atemtraining, und es zeigte sich eine messbare Verbesserung der Schlafqualität, Konzentration und emotionalen Ausgeglichenheit.
Wir starten mit drei Protokollen
– drei Anker für drei Zustände. Keine Theorie. Kein Wellness-Feenstaub. Sondern Werkzeuge, die ich selbst erlebt habe – und mit vielen geteilt habe.
🌀 Zustand 1: Vagus-Reset1
Verlängertes Ausatmen aktiviert den Parasympathikus, hemmt Stressachsen (Dämpft die Kampf-/Fluchtreaktion). Beruhigt vor Meetings, Entscheidungen oder tiefer Konzentration
Wann anwenden: Morgens oder vor herausfordernden Situationen
Atemrhythmus:
Einatmen durch die Nase (4 Sek.) → Halten (2 Sek.) → Ausatmen durch den Mund (6–8 Sek.) → Halten (2 Sek.)
🕒 Dauer: 3 Minuten
🧠 Zustand 2: Box für Brillanz2
Quadratische Atmung unterstützt präfrontalen Kortex, Fokus, Emotionsregulation, Schärft den Fokus – ganz ohne Koffein.
Wann anwenden: Mittags, bei Aufgabenwechseln, vor Präsentationen
Atemrhythmus:
Einatmen (4 Sek.) → Halten (4 Sek.) → Ausatmen (4 Sek.) → Halten (4 Sek.)
🕒 Dauer: 4 Minuten
🌙 Zustand 3: Parasympathische Landung3
Wann anwenden: Abends oder nach Stress
Aktiviert den Parasympathikus – für besseren Schlaf und Integration.
Langsames Ausatmen und Körperscan verbessern Schlaf, reduzieren Stress, beruhigt das Gedankenkarussell und reduziert Cortisol.
Atemrhythmus:
Einatmen durch die Nase (3–4 Sek.) → Langsames Ausatmen durch den Mund (6–10 Sek., flüsternd)
Optional: sanfter Körperscan beim Ausatmen
🕒 Dauer: 5–7 Minuten
Dieser "Body-Hacks“ ist extrem interessant
Breathwork ist kein esoterischer Trend, sondern ein “Body-Hack”, den die Forschung bestätigt hat: Dein Atem bietet dir jederzeit einen Zugang zu mehr Ruhe, Klarheit und Gesundheit – mitten im Druck, mitten im Alltag.
Und der Atem ist der Schalter, der es wieder anschaltet.
Performance ist nicht das Problem. Es ist Überforderung. Fleiß sollte kein Burnout kosten.
Es geht nicht darum, Stress zu entkommen – sondern ihm zu begegnen. Atemzug für Atemzug. Mit einer tieferen Form von Kraft.
Bist du bereit?
Dann lass uns genau hier anfangen.
Quellen
1.Frontiers in Psychiatry 2023
2. JAMA Psychiatry 2021
3. Mindfulness Studien, Sleep Medicine Reviews









