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Für Frauen ab 35: Vorbereitung auf die Perimenopause
Die Wechseljahre sind eine Zeit des Umbruchs, die viele Fragen aufwirft. Was verändert sich im Körper? Welche Symptome treten auf? Und wie lange dauert diese Phase eigentlich? In diesem Artikel findest du Antworten und Hilfestellungen.
Was sind die Anzeichen der Wechseljahre?
Die Symptome der Wechseljahre und der Perimenopause sind vielfältig und individuell unterschiedlich:
Perimenopause/Wechseljahre:
- Unregelmäßige Perioden
- Hitzewallungen
- Nachtschweiß
- Stimmungsschwankungen
- Angstzustände
- Konzentrationsprobleme
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Blasenprobleme
- Haarausfall
- Herzklopfen
- Libidoverlust
- Vaginale Trockenheit
Menopause: Die Symptome der Perimenopause können anhalten oder sich in ihrer Intensität verändern. Oft werden die Symptome missverstanden, was zu einer langen Suche nach der richtigen Diagnose und Unterstützung führen kann.
Was passiert am Anfang der Wechseljahre?
Zu Beginn der Wechseljahre verändert sich dein Körper. Zunächst sinkt der Progesteronspiegel. Das merken viele Frauen an ersten Zwischenblutungen. Aber ein regelmäßiger Zyklus ist kein Indikator dafür, nicht in den Wechseljahren zu sein. Später sinkt auch das Östrogen, was zu einem Mangel oder auch zeitweise zu einer Dominanz führen kann. Der Östrogenmangel tritt wesentlich seltener auf, wird aber meistens als erstes vermutet.
- Progesteronmangel: Ein Progesteronmangel kann zu Schlafstörungen, Zyklusverkürzungen und Angstzuständen führen.
- Veränderungen im Gehirn: In der Perimenopause kommt es zu Veränderungen im Gehirn, die zu einer verminderten Stoffwechselaktivität führen können.
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Wann beginnen die Wechseljahre?
Mitte 40 bemerken viele Frauen erste Symptome dieser Übergangsphase. Es kann aber auch früher oder später einsetzen. Es ist die Übergangsphase, in der die hormonelle Aktivität abnimmt und die zur Menopause führt. Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen treten häufig in dieser Zeit auf.
- Perimenopause: Hormonelle Veränderungen können bereits Ende 30 beginnen. Wenn diese Veränderungen vor dem 40. Lebensjahr auftreten, spricht man von "vorzeitigen Wechseljahren". Bei den meisten Frauen beginnt es aber erst ab 45+.
- Menopause: Die Menopause tritt ein, wenn die Periode 12 Monate lang ausgeblieben ist, typischerweise um das 52. Lebensjahr.
Wie lange dauern die Wechseljahre?
Die Wechseljahre verlaufen bei jeder Frau anders. Insgesamt kann der Übergang durchschnittlich etwa 7 Jahre dauern. Veränderungen treten vor, während und nach der Menopause auf.
- Perimenopause: Diese Phase dauert typischerweise etwa 4 Jahre, kann aber zwischen 4 und 14 Jahren liegen.
- Menopause: Beginnt offiziell, wenn du 12 aufeinanderfolgende Monate lang keine Periode hattest, normalerweise um das 52. Lebensjahr.
- Postmenopause: Die Symptome können noch einige Jahre nach der Menopause anhalten.
Wann endet das Dilema?
Die Menopause ist erreicht, wenn die Periode 12 Monate lang ausgeblieben ist. Danach stabilisiert sich der Körper allmählich und viele Symptome lassen nach.
Anzeichen für das Ende der Menopause:
- Ausbleiben von Symptomen wie Hitzewallungen oder Nachtschweiß
- Verbesserte Stimmung und kognitive Funktionen
- Stabilisierung des Schlafs und des Energieniveaus
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sich um eine bedeutsame Veränderung handelt und es normal ist, dass sich deine Sichtweise auf Gesundheit und Körper verändert.
Was kannst du tun?
- Gehe regelmäßig zur ärztlichen Vorsorge!
- Knochendichte: Wenn du ein erhöhtes Risiko für Osteoporose hast, lass deine Knochendichte messen. In Deutschland werden die Kosten für eine Knochendichtemessung unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
- Bei bereits diagnostizierter Osteoporose.
- Bei familiärer Vorbelastung, niedrigem Körpergewicht, bestimmten Medikamenten (z.B. Cortison), vorzeitigen Wechseljahren oder bestimmten Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion).
Emotionalen Druck abbauen
Die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die viele emotionale Herausforderungen mit sich bringen kann. "Der emotionale Faktor bei dem Thema Kinderwunsch und Angst vor den Wechseljahren wird oft unterschätzt", sagt Sally Schulze, Psychologin bei mentalstark. Es ist wichtig, sich dieser Herausforderungen bewusst zu sein und sich Unterstützung zu suchen.
Sprich mit Freunden, Familie oder einer Selbsthilfegruppe über deine Gefühle und Ängste. Manchmal hilft es schon, sich mit anderen auszutauschen und zu wissen, dass man nicht allein ist. Wenn du das Gefühl hast, dass du professionelle Hilfe brauchst, scheue dich nicht, eine Therapie in Anspruch zu nehmen.
Die Wechseljahre sind unumgänglich, aber sie müssen keine schlimme Phase sein. Wir sind hier, um dich zu unterstützen und dir zu helfen, möglichst "smooth" durch die Wechseljahre zu kommen.
Werde zur Anwältin deines Körpers!
Die Wechseljahre sind eine Zeit des Wandels, in der dein Körper dir neue Signale sendet. Nimm diese Veränderungen bewusst wahr und lerne, deinen Körper besser zu verstehen. Achte auf die Signale, die er dir gibt, und reflektiere regelmäßig, wie es dir geht – körperlich und emotional.
Ein Symptomtagebuch kann dir helfen, deine Wechseljahresbeschwerden besser zu verstehen und mit deinem Arzt oder deiner Ärztin zu besprechen. Notiere deine Symptome, deine Stimmung und deinen Zyklus. Wir arbeiten gerade an unserer hermaid App, die dich dabei unterstützen wird.
Bleib neugierig: Du kannst auch aktiv mit deinem Körper experimentieren und verschiedene Methoden ausprobieren, um zum Beispiel deinen Zyklus zu regulieren oder Schlafstörungen zu bekämpfen. Es gibt viele "Body Hacks", mit denen du dein Wohlbefinden steigern kannst. Lerne gemeinsam mit uns neue Strategien kennen und finde heraus, was dir gut tut.
Lass dich testen!
Hormontests: Hormontests können helfen, die Ursachen für bestimmte Beschwerden in den Wechseljahren herauszufinden. Sie geben Aufschluss über deinen Hormonstatus und können zeigen, ob ein Ungleichgewicht vorliegt, z.B. eine Östrogendominanz oder ein Progesteronmangel.
Nährstoffmängel: Auch Nährstoffmängel können Wechseljahresbeschwerden verstärken. Eine Kontrolle deiner Schilddrüsenwerte ist ebenfalls ratsam.
Aber Achtung: Hormontests sind nicht immer notwendig und aussagekräftig, da der Hormonspiegel im Körper natürlichen Schwankungen unterliegt. Wenn du einen Hormontest machst, sollte dieser an bestimmten Tagen in deinem Zyklus durchgeführt werden. Wundere dich also nicht, wenn dein Arzt oder deine Ärztin einen Test kritisch hinterfragt.
Wann ist ein Hormontest sinnvoll?
- Bei bestimmten Symptomen: Schlafstörungen, starke Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen, Libidoverlust, unregelmäßiger Zyklus.
- Bei sehr starke oder lange Blutungen auftreten (Abklärung möglicher Ursachen).
- Andere Erkrankungen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion, die ähnliche Symptome verursachen könnten.
- Bei Ausbleiben der Periode vor dem 45 Lebensjahr, kann eine Blutuntersuchung helfen, festzustellen, ob sie sich in der Perimenopause befinden oder ob eine andere Ursache vorliegt. Oftmals wird hier auch der AMH-Wert wird gemessen, um die Eierstockreserve zu bestimmen.
- Der Wechseljahresfragebogen: Menopause Rating Scale (2) ist auch schon sehr aussagekräftig
- Und natürlich sollte sich jede Frau bewusst werden, solange sie noch eine Mestruation hat, könnte sie auch schwanger sein.
Was hilft Frauen in dieser Übergangsphase?
Die Perimenopause ist ein natürlicher Prozess, aber sie kann herausfordernd sein. Ein ganzheitlicher Ansatz ist wichtig:
- Bildung und Unterstützung: Es ist wichtig, das Bewusstsein zu schärfen und Tabus zu brechen.
- Personalisierte Behandlung: Jede Frau benötigt individuelle Anleitung.
- Hormonersatztherapie (HRT): Sollte mit medizinischen Fachkräften besprochen werden.
- Anpassungen am Arbeitsplatz: Flexible Arbeitszeiten, Kühlmöglichkeiten, Räume zum Entspannen etc. können eine erhebliche Erleichterung bringen.
- Bewusste Ernährung und Supplements: Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig.
- Sport, Schlaf und Stressmanagement: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken fördern das Wohlbefinden.
Hast du Fragen oder Ideen zum Thema Wechseljahre? Schreib uns gerne!
Zusätzliches Angebot: Wir bieten Sprechstunden mit Anne Lippold an, sie ist Deutschland erste und führende Coach für Zyklusgesundheit. Sie ist spezialisiert auf das Thema Ausbleiben der Periode und kann dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
hermaid wird als Mitarbeiterinnen-Benefitsprogramm angeboten, um Frauen in den Wechseljahren zu unterstützen:
Wenn du deinen Arbeitgeber überzeugst hermaid in deinem Betrieb anzubieten, ist der Service kostenlos für dich.
Nutzerfragen
Treten Patientinnen mit Endometriose früher in die Wechseljahre ein?
Frauen mit Endometriose können aufgrund von Faktoren wie der Entfernung der Eierstöcke oder der Gebärmutter oder hormonellen Behandlungen früher in die Wechseljahre kommen. Dies ist jedoch individuell verschieden, daher ist es ratsam, mit einem Arzt oder einer Ärztin zu sprechen, um die persönlichen Risiken und Ergebnisse zu verstehen.
Welche HRT wird in der Perimenopause empfohlen? Und ist sie sicher?
Die wirksamste Behandlung ist die Einnahme von Östrogen, oft in Kombination mit einem Gestagen (Gelbkörperhormon). Frauen, die ihre Gebärmutter entfernt haben, benötigen meist nur Östrogen. Eine Hormontherapie ist für die meisten Frauen unter 60 Jahren sicher, es gibt aber Ausnahmen. Daher muss die Therapie mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.
Ich will keine Hormone nehmen, was kann ich stattdessen tun?
Neben der Hormontherapie können auch andere Methoden helfen. Hierzu zählen je nach Symptomart und -schwere pflanzliche Präparate und Akupunktur, aber auch nicht-hormonelle Medikamente wie z.B. Fezolinetant, Antidepressiva, vaginale Östrogene sowie Lebensstiländerungen. Unser Bodyhack Kurs kann dir dabei helfen einige sinnvolle Strategien kennenzulerben.
Quellen
(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3072802/
(2) www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=183844#S2